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Politisch und national waren die Saarländer immer in Bewegung

Ihre Suche nach Heimat,und Geborgenheit eines ,,Dahemm,, hat den Menschen an der Saar einen unverwechselbaren Charakter gegeben.

 

Bild Bau des Weiherschachtes etwa 1907.

Die industrielle Expansion im Saarbergbau,die nur auf einen schmalen Stamm erfahrener Bergleute zurückgreifen konnte,sah sich großen Problemen konfrontiert.

Die katholischen Bergleute,die aus den ehemals Kurtrierischen und lothringischen Gebieten zuwanderten,kamen als Fremdkörper in eine Protestantisch dominierte bürgerliche Welt

Bergarbeiter und Bergbeamter um1900

Unter dem Strich bleibt ein wiedersprüchliches Bild mit vielen Fragen.Aus einem Ländchen,dessen Industrialisierung noch in den Kinderschuhen steckte,machte die preußische Bürokratie im Laufe von hundert Jahren ein Montanrevier.

Die preußische Bergwerksverwaltung versuchte mit großem Eifer Bergleute aus anderen Gegenden anzuwerben.Die Bergleute wurden zunächst in schon bestehende Schlafhäuser untergebracht.Gegen eine Miete von 2 Mark im Monat konnte der Bergmann ein eisernes Bett,mit Strohsack, Bettlaken, Kissen und einer wollenen Decke in einem Bezug erhalten.Im September 1903 waren 29 Schlafhäuser mit über 4000 Betten vorhanden und ständig belegt.

Ehemaliges Schlafhaus in Dudweiler.

Die französische Verwaltung der Gruben an der Saar in der Zeit von 1920 bis 1935 änderte das Wohnnungswesen.sie favorisierte den Mietwohnungsbau .

Grube Velsen rechts zu sehen die Bergarbeiter Siedlung

Werkswohnungen am Rotweg.

Ende 1872 wurde nach Art einer Berliner Großküche auf der Grube Heinitz eine Kaffeeküche gegründet.Täglich nahmen ungefähr 210 Personen an dieser Art des Essens teil. Es gab zum Beispiel ein viertel Liter steife Suppe von Erbsen,Bohnen,Linsen,Graupen oder Reis, Kartoffeln und 55 gr gekochtes Fleisch, alles zusammen für 20 Pfg pro Portion

Um den Bergleuten Gelegenheit zu geben,ein billiges Frühstück in guter Beschaffenheit zu kaufen,und in einem behaglichen, imWinter gewärmten Raum einzuvernehmen,entstanden auf allen Gruben Kaffeeküchen.

Auch durch den Einsatz von speziellen Bergarbeiterbussen vor und nach der Schicht, konnten die Wegezeiten für Bergleute von ihren Heimatorten bedeutend verkürzt werden.

Postkarte Bergkap.St. Ingbert

Der Bergmann an der Saar konnte nie eine Tracht sein eigen nennen,wie zum Beispiel der Erzbergmann in Sachsen. Auch als die preußische Verwaltung 1815 die Gruben an der Saar übernahm,wurde von der Uniformierung der Saarbergleute gesprochen.Es wurde die Bergbauuniform eingeführt,die in Preußen üblich war.

Sie bestand für den Bergmann aus:Schwarzem Bergkittel,weißer Hose,Bergleder auch Arschleder genannt,und dem Schachthut.Später wurde die weiße Hose durch eine schwarze ersetzt.

Bergparade Sachsen

Als das Bergmännische Brauchtum in Sachsen in höchster Blüte stand, war er an der Saar noch so unbedeutend,und erst in den Anfängen.

Hartfüßler Schuhe aus Holz, Leder und Gruwegummi

Für die,die täglich weit zur Arbeit gehen mußten und Hartfüßler genannt wurden,begann der Tag um drei Uhr .Man ging nicht alleine zur Arbeit sondern sammelte sich in Gruppen. In der Regel begann der Weg zur Arbeit in der Dunkelheit und endete in der Dunkelheit.

Zündhölzer Werbung Bergbau

Bild der Bergmanns-Bauer

Die Industrialisierung brachte auch ein Problem mit sich.Die dörfliche Bevölkerung war es immer gewohnt gewesen, in periodischen Leistungsschüben im Laufe des Jahres ihre landwirtschaftliche Arbeit zu verrichten .Hart gearbeitet wurde in der Erntezeit, Ruhepausen gab es in den Zwischenzeiten. Diesen Arbeitsrythmus zerstörte die Industriegesellschaft. der Bergmannsbauer mußte das ganze Jahr über arbeiten, Urlaub gab es praktisch keinen.

Bahnhof der Grube Velsen.

Mein Lehrvertrag

Die Lehrzeit dauert 3.Jahre vom 4.4.1962 bis.3.4.1965

Bergmännische Berufsschule Fenne

Das war eigentlich eine schöne Zeit.

Morgen aufstehen als 14 Jähriger um 4 Uhr, um 5 Uhr fuhr der Bus, und um 6 Uhr war Schulanfang

Volksschule der Mines Domaniales,erbaut um 1920. Sie wurde auch als Koch und Haushaltsschule genutzt.

Maßgebend heißt es in einer Wohlfahrtseinrichtung 1883,das es zur Hebung des Arbeiterstandes nötig sei , junge Mädchen zu Fleiß, Ordnungsliebe Reinlichkeit und Sparsamkeit zu erziehen.

Sport war Pflicht

Blick in die Lehrwerkstatt.

Im Jahre 1816 war die Gründung einer Bergschule zu Saarbrücken beschlossen,

1864 wurde der Bau eines Lazarettes mit zwei Häuser für Bergmannswaisen erlaubt.Das Lazerett wurde in Völklingen gebaut und wurde 1869 in volle Benutzung genommen.

Berechtigt waren nur Mitglieder des Saarbrücker Knappschaftsvereins

Blick in ein Krankenzimmer

OP. um 1900

Jubilarfeier von Velsener Angestellten 1951

 

Als Geschenk wurde eine Sackuhr überreicht.

Werkswohnungen der Mines Domaniales Francaises

Die Bedeutung der Grube Velsen für den Ort Ludweiler und das ansteigen der

Einwohner beweist,das lange Zeit die Strukter Ludweiler von der Kohle bestimmt war

Aus diesem Grunde hatte der Preußische Bergfiskus und die Franz.Kohlengesellschaft

160 Ein und zwei Familienhäuser für ihre Beschäftgten erbaut.

 

 

Die Rosselerstrasse mit Blick auf die Grube Velsen
 

 

Waschhaus neue Ansiedlung Ludweiler 1923

 

 

Obere Ringstrasse

 

In der Mittelstrasse um 1930
 

 

Fam.Gorges Ringstrasse 1929